Raus aus dem kalten Winter, rein in die karibische Sonne! Das ist uns mit dieser Kreuzfahrt absolut gelungen. Zwei Wochen, sieben Länder in der Karibik sowie Mittelamerika, und Sonne satt.
Diese Traumreise hatten wir schon lange im Auge und im Januar 2026 war es dann soweit: Kurz nach Neujahr einfach mal zwei Wochen in die karibische Sonne! Karibik und Mittelamerika ist eine tolle Kombi, die von verschiedenen Reedereien angeboten wird. Zeitlich und von der Route her passte uns diese aber am besten und so ging es am 5. Januar ab Frankfurt nach Montego Bay, Jamaica. Wir hatten die Reise als Komplettpaket direkt über TUI Cruises* gebucht, also inklusive Flug. Der Flug mit der Discover Airline war recht unspektakulär, abgesehen davon, dass wir wie eigentlich immer in Frankfurt, erst mit ordentlicher Verspätung starten durften.

Ankunft in Montego Bay auf der Mein Schiff 1
Nach rund 11 Stunden landeten wir dann auf Jamaica und was wir nicht gewusst hatten: Dadurch, dass es ein Charterflug der Mein Schiff war, wurde unser Gepäck direkt von Bord zu unserer Kabine an Bord gebracht. Das hat wunderbar geklappt, obwohl wir die Badges mit der Kabinennummer mangels Drucker vergessen hatten. Vom Flughafen ging es dann nach der Landung, Ortszeit ca 18:40, direkt zum Schiff, genauer: Auf die Mein Schiff 1*. Von Montego Bay sahen wir leider nichts mehr, da es hier sehr früh und ehr schnell dunkel wird. Das ist nahe am Äquator für uns Mitteleuropäer wirklich ungewohnt: Die Sonne ist entweder da und es ist hell, oder sie ist weg und es ist stockdunkel. Dämmerung gibt es praktisch nicht.
Gegen 20 Uhr waren wir dann jedenfalls auf unserer Balkonkabine auf Deck 10, die Koffer kamen wenig später. An dem Tag haben wir außer Abendessen nichts mehr gemacht sondern sind nach sehr wenig Schlaf im Flugzeug früh ins Bett.
Der erste Seetag: Massage und Entspannung im Whirlpool
Um uns von den Strapazen der Anreise zu erholen, hatten wir schon vorab morgens um halb 9 Massagen gebucht. Massagen sind bei der Mein Schiff an Seetagen zwar etwas teurer als an Landtagen, aber für uns war es der perfekte Start. An diesem Tag haben wir dann auch außer am Whirlpool liegen, die Urlaubskasse mit Pokern aufbessern und am Blog arbeiten nicht viel gemacht.

Ein Tipp übrigens: Gerade wenn ihr mit Mein Schiff reist, solltet ihr Internet an Bord unbedingt vor der Reise buchen. Und selbst dann ist es noch alles andere als günstig. Für 25 GB haben wir auf dieser Reise 119 € gezahlt und wer ein bisschen Ahnung hat und weiß was Up- und Download von Bildern kostet weiß, dass 25 GB nicht viel sind. Mit dem Internetverbrauch hatten wir dann an Bord auch noch Rückfragen, da dieser nicht nachvollziehbar war. Was wir hier aber absolut positiv hervorheben möchten ist die hochprofessionelle und sehr freundliche Reaktion der Hotelmanagerin, die sich hier wirklich um Aufklärung bemüht hat und uns entgegen gekommen ist, wo sie konnte.
Nichtsdestotrotz ist TUI Cruises hier absolut im Zugzwang die Internettarife anzupassen und benutzerfreundlicher zu gestalten, denn Internet ist heutzutage kein nice-to-have mehr sondern ein Muss. Und da muss man einfach sagen, AIDA bietet hier ein faireres und übersichtlicheres Angebot.
Aber zurück zum Seetag, abends ging es dann noch ins Surff & Turf Steak Restaurant, was wir auch schon vorab gebucht hatten. Das Essen hier kostet zwar extra, aber ist wirklich jeden Cent wert und wer gutes Fleisch mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten!
Tag 3: Cenoten Tauchen in Mexiko und Maya-Tempel
An Tag drei stand eins unserer Highlights auf dem Programm, auf dass wir uns wirklich gefreut haben: Cenoten Tauchen! Die einzigartige Unterwasserwelt mit Jahrtausend alten Gesteinsformationen, Grotten und Höhlen sind etwas ganz besonderes. Die Tour, die wir über Mein Schiff gebucht haben, enthält außerdem eine Führung durch die Maya Stätte in Tulum, aber dazu später mehr.
Um die Tour überhaupt machen zu dürfen benötigt man 30 Tauchgänge und das ist auch vernünftig. Denn um hier tauchen zu können sollte man sein Equipment und seine Tarierung halbwegs im Griff haben. Schon am Vortrag sind wir deshalb in die Ausflugsabteilung, haben diversen Papierkram ausgefüllt brav unsere AOWD Scheine vorgezeigt und am nächsten Tag ging es dann 6:30 zum Treffpunkt. Genau unsere Uhrzeit. Nicht. Aber egal, Jetlag sei Dank waren wir eh früh wach. Nach noch mehr Papierkram ging es dann mit der Fähre nach Cozumel, wo uns Tauchguide Dirk schon erwartete.
Dirk ist ein echtes Unikat, früher selbst jahrelang Tauchguide auf AIDA hat er sich dann vor 15 Jahren in Mexiko mit einer Tauchschule, spezialisiert auf Cenoten Diving, selbständig gemacht. Zusammen mit einer Gruppe aus Schnorchlern sind wir dann rund 30 Minuten zu den Cenoten Chichien Ha gefahren und haben gemeinsam mit einem weiteren Taucher schon im Bus unser Briefing von Dirk bekommen. Denn wie schon erwähnt, Cenoten Diving ist etwas anderes als normales Tauchen und vor allem Nora hatte doch schon einigen Respekt und war dankbar für das detaillierte Briefing.
Kristallklares Wasser und gespenstische Gesteinsformationen
Angekommen dann das Übliche mit passendem Neopren finden (italienische Größen sind die Pest), reinschälen, Equipment checken und zusammenbauen und runter zu den Cenoten. Dort war dann unser sehr erfahrener Dive Master Alex, der uns nochmal kurz auf Englisch briefte und dann hieß es: Lampen an und runter geht’s!
Die Cenoten, in denen wir waren sind übrigens nicht als Höhlen eingestuft, sondern als Grotten. Denn zum Höhlentauchen wären auch wieder andere Zertifizierungen nötig. Nichtsdestotrotz fand vor allem Nora das Tauchen in den Cenoten schon herausfordernd, da es einfach sehr anders als im Meer ist. Zum einen gibt es hier Süßwasser, was also weniger Auftrieb hat als Salzwasser, zum anderen ist die Umgebung total unwirklich. Das Wasser ist kristallklar und ja, man sieht auch Fische, aber Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den faszinieren Kalkstein Formationen, die sich kilometerweit unter der Erde entlang schlängeln und immer wieder in oberirdischen Höhlen führen, in die die Sonne faszinierende Farben wirft.
Also wer taucht und die Gelegenheit hat sollte sich unserer Meinung nach Cenoten definitiv mal anschauen, unser Guide Dirk meinte auch, dass bei vielen Menschen der Suchfaktor sehr hoch ist und sie immer wieder kommen. Das trifft auf uns nun ehrlicherweise nicht zu, wir fanden es cool es mal gesehen zu haben, aber gerade Nora ist einfach kein Fan von Dunkelheit, Enge und Höhlen und wird es daher bei diesen beiden Tauchgängen belassen. Jeder Tauchgang ging übrigens knapp 40 Minuten.






Tulum: Maya-Stadt direkt am Meer
Nachdem sowohl wir Taucher als auch alle Schnorchler wieder aufgetaucht, getrocknet und gefüttert waren (es gab sehr leckere Sandwiches), ging es ca. 45 Minuten mit dem Bus nach Tulum, einer Maya-Stätte direkt am Meer. Leider hatten wir hier wirklich Pech mit dem Guide, der uns rumgeführt hat, denn dieser konnte unserer Meinung nach die Faszination und das besondere dieses Ortes nicht wirklich hervorheben. Wir haben uns dann auch von der Gruppe abgesondert und die Ruinen auf eigene Faust erkundet. Und auch ohne die genaue Geschichte hinter jedem Gebäude zu kennen hat es uns absolut fasziniert zu sehn, was vor so langer Zeit – Tulum wurde ungefähr ab 1200 n. Chr, besiedelt und 1518 von den Spaniern mit der Größe von Sevilla verglichen – gebaut wurde ist nicht nur für Geschichtsfreaks ein Erlebnis.





Gegen Ende unserer Besichtigung haben wir dann noch Bekanntschaft mit einem tropischen Regenschauer gemacht und wurden „ein wenig“ nass. Immer dieser Regen im Regenwald ;). Wir sind dann noch mit der ganzen Truppe in einem sehr guten mexikanischen Restaurant in Playa del Carmen mit echt leckeren Taccos gewesen und dann ging es auch schon mit der Fähre 45 Minuten aufs Schiff zurück. Von Playa del Carmen haben wir leider auf Grund der Zeit und des Regens sonst nichts gesehen. Ziemlich platt von einem langen, aber schönen Tag sind wir dann auch nicht mehr alt geworden.
Tag 4: Entspannen in Costa Maya
Nach dem doch recht intensiven vorherigen Tag hatten wir für Costa Maya nichts geplant. Ausschlafen gemütlich frühstücken. Pool, Mittagessen und Nachmittags sind wir dann auf eigene Faust vom Schiff und haben uns in dem extra für Kreuzfahrer angelegten Areal umgeschaut und Internet geschnorrt. Denn auch das ganze YouTube Material muss ja geuploaded werden und das ist im teuren Schiffs-WLAN weniger lustig. Daher haben wir es uns vor einer Bar mit leckeren Cocktails gemütlich gemacht und dort gearbeitet. Pünktlich auf dem Weg zurück hat uns wieder der mexikanische Regen erwischt und Nora hätte ungewollt an einem Wet-T-Shirt Contest teilnehmen können… Aber der Regen war immerhin schön warm! Was übrigens tatsächlich ein wenig ungewohnt ist, sind in den ganzen Destinationen die Weihnachtsbäume unter Palmen. Wird echt Zeit Sylvester und Weihnachten auch mal unter Palmen zu erleben.





Tag 5: Jurassic-Park Feeling in Belize

Zeitumstellung nicht vergessen hieß es am nächsten Morgen, und dank einer Stunde mehr Schlaf war dann auch das Aufstehen um 7 Uhr nicht so schlimm. Heute stand auch eine Besonderheit an, die für uns neu war: es wurde getendert! Bedeutet konkret, das Schiff musste recht weit draußen ankern, weswegen alle, die von Bord wollten, mit Tenderbooten an Land gefahren wurden. Hat sich aber tatsächlich spannender angehört als es im Endeffekt war. Die Tenderboote konnte man kostenlos dazubuchen, wenn man wie wir auf eigene Faust loswollte, bei den Touren über die Mein Schiff wurde man direkt einem eigenen zugeordnet. Die Fahrt mit dem Tender dauerte dann eine knappe halbe Stunde.

Wir hatten wieder einen Ausflug über Meine Landausflüge* gebucht, der uns zur Maya-Stätte Lamanai führte. Die Ausflugssbeschreibung klang recht blumig, was nicht so ganz der Realität entsprach. Auch die Kleingruppengarantie von max. 20 Personen wurde in unserem Fall nicht so ganz entsprochen, denn 31 Personen sind keine 20 und auch die Ausflugsdauer wurde mit 6 Stunden angegeben, tatsächlich waren es aber über 8.
Grundsätzlich muss man hier einfach wissen, dass Lamanai ein gutes Stück entfernt liegt und wir sind erst mal 1,5 Stunden mit dem Bus gefahren. Die angepriesenen Sehenswürdigkeiten waren eher nicht so vorhanden, aber dafür hatten wir einen wirklich sehr amüsanten Guide namens Little Michael, der uns einiges über Belize erzählt und uns seine Heimat näher gebracht hat.
Maya-Tempel Lamanai und Jurassic-Park-Brüllaffen
Nach der Busfahrt ging es dann mit einem langdestypischen Schnellboot nochmal rund eine Stunde weiter auf dem Fluss, wo es einige Schildkröten und diverse Vögel zu sehen gab. Endlich beim eigentlichen Tempel angekommen, gab uns Little Mike eine wirklich gute Führung und der Tempel an sich war sehr beeindruckend und absolut sehenswert. Das Hochsteigen hat sich Nora gespart, während Tom sich von den Stufen nicht abschrecken ließ…
Besonders cool: Der Panther-Tempel, dessen „Gesicht“ dem Panther nachempfunden ist, den die Maya verehrt haben. Und hier hatten wir dann auch noch echtes Jurassic-Park Feeling: Denn Brüllaffen sind, obwohl nicht sonderlich groß, doch extrem laut und wir haben so ein wenig erwartet gleich einen Dino um die Ecke latschen zu sehen… Aber hört es euch im YouTube Video an [coming soon].










Auch wenn die Führung sehr interessant und die Tempelanlage wirklich sehenswert war, muss man sagen, dass die Führung mit rund einer Stunde tatsächlich den kürzesten Teil des Ausfluges einnahm. Danach gab es noch ein sehr leckeres landestypisches Essen mit Reis, Bohnen, scharfer Salsa, gebackene Bananen und Obst, danach ging es den selben Weg zurück. Wer mitgerechnet hat ahnt, dass die angegebene Ausflugszeit von 6 Stunden also unmöglich einzuhalten war. Das wäre weiter nicht schlimm gewesen, aber durch die extra Zeit führte dazu, dass wir im Anschluss keine Zeit mehr hatten uns noch in Belize umzuschauen oder geplante Reservierungen an Bord hätten vergessen können. Wir haben dann das letzte Tenderboot genommen, mussten allerdings aufgrund irgendwelcher Freigaben eine halbe Stunde warten bis dieses abgelegt hat und kamen somit erst um 18:30 zurück an Bord.
Fazit: Schöne Maya-Anlage, aber die Fahrzeit war nervig und die Ausflugsbeschreibung nicht so ganz korrekt.
Tag 6: Zipline-Action in Honduras trotz Höhenangst
Der sechste Tag, diesmal in Roatán, Honduras, begann recht entspannt da unser gebuchter Ausflug, diesmal wieder über Meine Landausflüge*, erst um 10:30 losging. Auf dem Programm stand Zipline, Tiere gucken und Strand. Wir haben beide Höhenangst aber wollten unbedingt mal Zipline-fliegen und als wir den Rest der kleinen Truppe sahen machten wir uns klar: wenn die das können, können wir das erst Recht! Mit 6 anderen Mutigen ging es in einem kleinen Bus nur knapp fünf Minuten weiter auf zur Zipline. Der Transport nach oben erfolgte auf einer Art Pritschenwagen und schon unterwegs konnten wir die verschiedenen Zipline-Abschnitte beäugen. Insgesamt waren es bestimmt zehn Teilabschnitte, bei denen man eingehängt wurde und dann -zack- lossprang und, äh, zip-linte? Flog? Jedenfalls hatten wir einen Heidenspaß dabei, auch wenn Nora bei einigen Sprüngen lieber die Augen zuließ.


Wieder unten angekommen hieß es erst mal raus aus dem Gurt, eine Cola trinken und dann gab es dort einen kleinen Tierpark. Naja, sehr touristisch gehalten, man konnte mal kurz einen Affen auf die Schulter nehmen und verschiedene Papageien anschauen.
Interessanter fanden wir da den kleinen Laden zu dem es als nächstes ging, wo Schokolade aus Honduras angeboten wurde. Und wenigstens ein Eis musste es dann auch sein! Im Anschluss wurden wir an den West Bay Beach gebracht wo wir einfach die Sonne und das türkise Meer genossen.



Pünktlich zurück aufs Schiff hatten wir abends noch die lange Saunanacht gebucht, bei der es eine sehr gute 20 minütige Massage gab, kleine Häppchen und Getränke und nach dem ersten Aufguss war Nora so platt, dass sie auf der viel zu bequemen Liege einpennte, woraufhin wir gegen 23 Uhr den geordneten Rückzug angetreten sind und den Schlaf der Gerechten schliefen.
Tag 7: Blick hinter die Kulissen am Seetag
Den zweiten Seetag genossen wir genau wie man so etwas am besten macht: Mit viel Entspannung! Tom hat beim Pokern außerdem noch die Urlaubskasse aufgebessert. Und als kleine Entschädigung für das Internet-Desaster hatte uns die sehr freundliche Hotelmanagerin zu der sogenannten Blickwinkel Tour eingeladen, bei der man eine Führung in Bereiche des Schiffs erhält, die Gäste sonst nicht sehen. In unserem Fall konnten wir uns die Küche, einen Teil der Frachträume und die Wäscherei anschauen und die jeweils Verantwortlichen haben ihre Bereiche präsentiert.

Besonders den Werdegang der Provision-Masterin fanden wir spannend, denn sie war ursprünglich Bürokauffrau (wenn wir es noch richtig wissen), hatte dann kurz vor Corona bei Mein Schiff angeheuert, bei den Landausflügen gearbeitet und hat sich dann durch interne Fortbildungen bis zum Rang der Provision Masterin hochgearbeitet. Hut ab und schön, dass so etwas noch geht! Grundsätzlich haben wir mit vielen Besatzungsmitgliedern gesprochen die uns einheitlich bestätigt haben: Es ist relativ egal was du an Land gemacht hast, wenn du an Bord kommst musst du sowieso alles neu lernen, weil die Abläufe einfach ganz anders sind.
Auch interessant: Auf einigen Schiffen der Flotte kann man auch Ausbildungen absolvieren, beispielsweise in der Küche. An Bord arbeiten übrigens rund 50 Nationen absolut friedlich und im Einklang zusammen und es ist völlig egal woher jemand kommt, woran er glaubt oder was er isst. Was zählt ist was du kannst bzw. was du zu lernen bereit bist. Wenn es doch nur überall so wäre!
Zum Abschluss eines entspannten Tages waren wir im Esszimmer, einem der extra-Restaurants und hatten ein rundum perfektes Abendessen. Also wenn ihr an Bord seid, gönnt euch das Esszimmer, es lohnt sich wirklich!






Tag 8: Wildwasser-Rafting in Costa Rica
Costa Rica, die Schweiz Zentralamerikas, wie es gerne heißt. Hier hatten wir Lust auf Action und eine Wildwasser-Rafting Tour gebucht von sechs Stunden gebucht, diesmal direkt übers Schiff. Wir mögen Rafting sehr und haben es auch schon mehrmals gemacht, daher mochten wir die Tour, allerdings hätte es ruhig etwas anspruchsvoller und „wilder“ sein dürfen. Auch hier täuschen die Zeitangaben übrigens ein wenig, die Fahrzeit von 1 Stunde pro Weg, die Zeit bis man dann endlich auf dem Wasser ist, das Essen danach, läppert sich und so waren wir lediglich zwei der sechs Stunden wirklich auf dem Wasser.
Die Tour an sich war schön, man konnte einiges an Tieren und Vögeln beobachten und das Ganze ist auch als Anfänger absolut machbar und nein, es ging keiner unfreiwillig baden :).



Tag 9: Nass bis auf die Haut am Panamakanal
Um 7:45, naja ohne Zeitumstellung eigentlich sogar schon 6:45 ging es am nächsten Morgen am Hafen Colon auf zum Panamakanal. Auch hier über Meine Landausflüge* gebucht, ging es mit einem kleinen Reisebus und einer überschaubaren Gruppengröße los. Kleiner Nachteil an diesem Tag: Die angebliche Trockenzeit, die normalerweise im Januar beginnt, ist dank Klimawandel auch nicht mehr das was sie mal war und wir wurden an diesem Tag mehrmals nass bis auf die Haut. Trotzdem können wir die Tour uneingeschränkt empfehlen, unser Guide von Bis Bald Tours war wirklich super und lebt seit einigen Jahren in Panama, sodass er dezidiert Einblicke in das Leben vor Ort und Land und Leute geben konnte.
Die Tour bestand aus mehreren Teilen und als erstes ging es auf einen leider sehr nassen Spaziergang durch den Dschungel und zum Strand. Hier zeigte uns der Guide, unbeeindruckt von den Wassermassen, einige Besonderheiten der hiesigen Natur- und Tierwelt. Klitschnass ging es dann in den Nationalpark und zur Festung San Lorenzo, die wir uns allerdings erst angeschaut haben als der Regen nachließ. Besonders beeindruckend war der Blick auf den Rio Chagres, den Fluss, der hauptsächlich den Panama Kanal speist und an dieser Stelle auch ins karibische Meer fließt. Genau an dieser Stelle gibt es riesige Krokodile, die sowohl in Süß- als auch Salzwasser überleben können und eine beachtliche Größe von bis zu 6 m erreichen können. Wir haben zwar keine gesichtet aber es gibt schlimmeres ;).






Mitagessen mit neugierigen Nasenbären
Zur Stärkung ging es nach der Besichtigung an einen wunderschönen Strand, der auch überdachte Sitzmöglichkeiten bot. Funfact: Diese schützen zwar vor der Sonne, halten aber keinen Regen ab. Nichtsdestotrotz hatten wir hier ein sehr leckeres landestypisches Mittagessen mit süßen und herzhaften Empanadas, die nicht nur uns super schmeckten sondern auch einen sehr neugierigen Nasenbären anlockten. Der hat dann auch gerne noch den ein oder anderen Happen von den Touris genommen und später haben wir übrigens noch eine ganze Familie dieser possierlichen Tierchen gesehen, die am liebsten in den Bus gesprungen wären.

Der alte und neue Panamkanal
Dann stand das Must-See in Panama auf dem Programm: Der Panamakanal, genauer gesagt: der neue und der alte Kanal. Das ist übrigens bei vielen Touren nicht drin, viele Anbieter fahren nur zum neuen Kanal, wir persönlich fanden den alten aber eigentlich spannender und deutlich weniger überlaufen. Der alte Kanal wurde bereits 1914 eröffnet, der neue 2016. Wie herausfordernd der Bau gerade des alten Kanal wirklich gewesen sein muss und auch wieso die Franzosen beim ersten Versuch gescheitert sind, kann man nur vor Ort nachvollziehen. Unser Guide verstand es mit einigen Anekdoten, wie dass die Franzosen aufgrund einer Gelbfieber Epidemie schließlich den Kanalbau aufgaben, auch das Interesse der wenig technik-begeisterten (wie Nora) zu wecken.
Es ist beeindruckend zu sehen wie ein riesiges Schiff innerhalb kurzer Zeit durch den Kanal geschleust wird und wie zuverlässig das alles klappt. Nicht ganz nachvollziehbar fanden wir eine kleine Segelyacht, deren Besitzer offenbar nicht wussten wohin mit ihrem Geld und die sich ebenfalls die Schleuse gönnten. Bei Preisen ab 200.000 US-Dollar kein Schnäppchen.
Der neue Kanal ist natürlich ebenfalls sehr beeindruckend, aber sehr stark touristisch ausgelegt und von der eigentlichen Technik sieht man weniger als beim alten, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Übrigens wurde uns versichert, dass es Desaster wie beim Suez Kanal hier nicht vorkommen kann, weil ausschließlich speziell geschulte Lotsen des Kanals die Schiffe durch den Kanal steuern dürfen.
Auch spannend: Der Panamakanal erwirtschaftet rund 8% des Bruttoinlandproduktes von Panama mit 2,8 Mrd US-Dollar und die teuerste Schlesung hat 1 Mio US Dollar gekostet.





Tag 10: Der falsche Ausflug und die schönste Ausfahrt in Cartagena, Kolumbien
Cartagena an der Karibikküste Kolumbiens gilt als eine der schönsten Städte Südamerikas – tja, dumm für uns gelaufen, denn wir haben davon leider nichts gesehen, weil wir uns den falschen Ausflug ausgesucht haben. Also, Tipp von uns, wenn ihr dorthin fahrt schaut euch die Stadt an und geht bloß nicht tauchen oder schnorcheln. Denn ganz ehrlich, diesen Tauchausflug mit der Mein Schiff hätten wir uns besser gespart. Auch wenn der deutsche Guide, der die Tour in Empfang nahm sehr nett war, hatten wir von seinem Wissen wenig, denn die Gruppe wurde zwar mit einem Boot rausgefahren, dann mussten die 6 Taucher jedoch in ein anderes Boot umsteigen. Und die Tauchguides auf diesem Boot waren zwar freundlich, der englischen Sprache jedoch so gut wie nicht mächtig.
Der Tourguide der Mein Schiff tat zwar sein Bestes um zu übersetzen, aber das kaum vorhandene Briefing konnte er eben auch nicht übersetzen. Hinzukam die mangelhafte Ausrüstung. Obwohl wir unsere Größen und Schuhgrößen vorher angegeben hatten, bekam Tom zu große Flossen, die ihm nicht passten. Da es auf dem spartanisch ausgerüsteten Boot keine Ersatzflossen gab, gab ein Tauchguide ihm dann seine Geräteflossen, jedoch ohne Füßlinge. Geräteflossen haben aber vorne sehr harte Kanten, weshalb man sie mit Füßlingen trägt. Ohne diese scheuerte sich Tom an beiden Füßen die Zehen komplett wund. Ach ja, und Neoprens bzw. Shortys gab es auch nicht. Braucht man ja bei 28 Grad Wassertemperatur nicht, so die Guides. In 15 m Tiefe wird es allerdings schnell kühler, weswegen wir auch beide alles andere als warm hatten.
Kurzum, beide Tauchgänge entsprachen nicht dem internationalen Standard, den wir sonst überall auf der Welt erlebt haben. Die Unterwasserwelt und die Wracks waren schön, aber auch nicht spektakulär und die Sicht ist dort wohl häufig eher schlecht, wie uns auch der MS Guide bestätigte. Der war übrigens sehr nett und hat sich alle Mühe gegeben, hätte uns aber streng genommen gar nicht begleiten dürfen, da er selbst erst 16 Tauchgänge hatte und somit im Notfall nicht in der Lage gewesen wäre zu helfen. Der eigentliche Tauchguide der MS hatte wohl kurzfristig gekündigt, weswegen er einspringen musste.









Die schönste Ausfahrt der gesamten Reise
Da der Ausflug mit Transport und allem drum und dran doch recht lange gedauert hat, war es uns zu knapp noch auf eigene Faust nach Cartagena zu fahren, was wir eigentlich vorhatten. Ein wenig entschädigt hat der wirklich schöne Vogelpark direkt am Hafengelände, wo sämtliche Vögel frei sind und überall herumfliegen. Die Vögel werden aber so gut mit Früchten versorgt, dass sie freiwillig bleiben bzw. immer wiederkommen und haben absolut keine Angst vor Menschen.
Zurück auf dem Schiff dauerte es dann nicht mehr so lange bis zur schönsten Ausfahrt der gesamten Reise. Hier lohnt es sich definitiv ein schönes Plätzchen zu suchen und die sehr lange Ausfahrt, die an Miami erinnert, zu genießen. Die Ausfahrt hatten wir dann nachts übrigens nochmal, da wir aufgrund einer Notauschiffung (wohl ein Herzinfarkt) nochmal zurück mussten, was uns eine Verspätung von ganzen 4 Stunden einbrachte. Der betreffenden Person ging es am nächsten Tag laut Borddurchsage auch wieder besser, weiterhin alles Gute! Wir hatten tatsächlich sogar 4 mal den Fall, dass auf dieser Reise jemand von Bord musste wegen Krankheit.

Tag 11 und 12: Fauler Seetag und traumhaftes Tauchen in La Romana
Tag 11 lässt sich kurz zusammenfassen: Es war faul, aber auch einträglich, da Tom beim Pokerturnier gewonnen und die Reisekasse wieder etwas gefüllt hatte. Ansonsten haben wir außer Sauna und Pool wenig gemacht.
Anders als an Tag 12, an dem wir diesmal wieder zwei wunderschöne Tauchausflüge genießen konnten. Das war vermutlich der kürzeste Weg zu einem Boot den man haben konnte: Raus aus dem Schiff, einmal ums Schiff rum und vor dem großen Schiff wartete unser kleines Boot, was uns in knapp 30 Minuten zur Tauchschule brachte. Mit dabei war außer uns noch ein anderes Pärchen, der Tauchguide der MS und die Schiffsärztin, die bei 1000 Tauchgängen irgendwann aufgehört hat zu zählen ;). Übrigens sehr spannend was die so alles zu erzählen hatte, von Passagieren, die wegen jedem kleinen Husten bei ihr stehen über Passagiere, die eigentlich gar keine Reisen mehr machen sollten oder Menschen, die mit kranken Kindern zugtausende Kilometer fliegen…
Nun gut, so unterhalten fuhren wir mit dem Boot ca. 30 Minuten nach Bayahibe zur Tauchschule Casa de Daniel. Dort erhielten wir unsere Ausrüstung und bekamen vom Schweizer Guide eine ausführliche Einweisung. Der erste Tauchgang führte uns nach nur 10 minütiger Bootsfahrt auf 16 Meter Tiefe und zu einem sehr schönen Korallenriff inklusive seltener Fische.






Der zweite Tauchgang führte uns nach einer kurzen Pause zurück an Land zu einem Wrack auf 12 Meter Tiefe. Einmal rund herum, dann auch durch einen Teil hindurch – und alles mega entspannt. Zwei wirklich tolle Tauchgänge und absolute Empfehlung der Tauchschule!
Da es nicht wirklich empfohlen wurde La Romana auf eigene Faust zu erkunden, verbrachten wir den restlichen Tag mit gutem Essen und später ein bisschen Black Jack auf dem Schiff.
Tage 13-15: Seetag, Gummireifen-Badespaß in Ochos Rios und Heimreise
Dank Zeitverschiebung in die andere Richtung konnten wir diesmal eine Stunde länger geschlafen und am letzten Seetag füllte diesmal Nora die Reisekasse noch etwas mit dem zweiten Platz beim Pokertunier! Abends genossen wir dann noch ein sehr leckeres Abendessen im Cucimare.
Der letzte Tag und leider unser letzter Ausflug, der nochmal ein echtes Highlight mit sich brachte war auf Jamaika in Ochos Rios. Nach rund 30 minütiger Fahrt mit unserer sehr netten Guide kamen wir an der Blue Lagoon an, wo wir in der Gruppe von verschiedenen Klippen springen konnten. Es sei allerdings gesagt, dass es hier alles andere als ruhig ist, hier werden Touristengruppen im Akkord durch geschleust, was dem Spaß für uns aber keinen Abbruch tat.
Übrigens: Wer wie wir keine Wasserschuhe hatte, kann die dort käuflich erwerben aber bringt einfach selbst welche mit und spart euch das. Als nächstes ging es zum White River wo wir mega Spaß bei der Fahrt mit Gummireifen hatten. Nur einen Reif für jeden, aber doch ab und an zusammen (alle nahmen sich an den Händen). Das hat richtig Spaß gemacht und die jamaikanischen Guides verbreiteten jede Menge gute Stimmung. Im Anschluss an diese wirklich sehr amüsante Fahrt gab es, zwar bei einem jamaikanischen Schauer aber hey, noch eine Stärkung. Die Reggea Hills wo das ganze stattfand waren wirklich schön hergerichtet und zum Abschluss gab es noch eine Rumverkostung. Hicks!
Mit diesem rundum gelungenen Ausflug endete leider unsere Reise schon mehr oder weniger, denn den letzten Ausflug, den wir für den Abreisetag geplant hatten, mussten wir auf Grund von Magenproblemen streichen und blieben lieber an Bord. Die Rückreise und der Rückflug waren dann auch wenig spektakulär.









Fazit nach 2 Wochen
Ok, zugegeben das war echt viel Text! Was lässt sich zusammenfassen? Also als erstes: Die Route ist wirklich toll und lohnt sich total. Gerade wenn ihr Mischung aus Kultur und Strand mögt, bietet sich die Route wirklich an. Lasst euch nicht von der langen Reise abschrecken und nutzt die Zeit um zumindest einen Einblick in die verschiedenen Länder und Kulturen zu bekommen.
Allerdings muss man, so schön die Reise auch war, schon sagen, dass die Tour alles andere als günstig ist, genau wie die zusätzlichen Ausflüge. Vergleiche, gerade bei den Ausflügen, lohnt sich definitiv! Und übrigens: Sonnencreme mit LSF 50 und Badeschuhe nicht vergessen ;).





