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Wildes Kenia: Rote Erde, Safari der Extraklasse und kristallklares Wasser

Kenia – ein Land wo man noch echte Wildnis, kristallklares Wasser und schneeweiße Strände finden kann.
Löwe Kenia

Dieses Mal ging es, ganz und gar ungeplant wenn man so will, in ein Land, dass sicher viele von euch aus Dokus kennen: Kenia. Denn eigentlich wollten wir, um noch einige Tauchgänge zu sammeln, dem nasskalten Herbst nach Ägypten entfliehen. Das war eine recht spontane Idee und wie das manchmal so ist mit spontanen Einfällen, kommt es anders als man denkt. So auch diesmal. Denn sämtliche Flüge nach Ägypten waren in dem von uns gewählten Zeitraum ausgebucht. Wir hätten maximal an einen vier Stunden entfernten Flughafen fahren können um dann die selbe Zeit nochmals im Flieger zu sitzen…

Übrigens, wer zu faul zum Lesen ist oder noch zusätzlich was sehen möchte, wir haben Kenia noch in zwei Videos zusammengefasst, gerne schauen, einmal Tauchen in Kenia:

und dann noch ein Video gezielt zur Safari:

Schönwettergarantie im November?

Daher ließen wir uns im Reisebüro unseres Vertrauens beraten, welche weiter entfernten Ziele mit wenig Zeitverschiebung und Schönwetter-Garantie noch möglich wären. Und tada: Kenia! Ohne lange zu fackeln wurde gebucht, verschiedene Tauchschulen angeschrieben und zwei Wochen später ging es per Direktflug acht Stunden von Frankfurt nach Mombasa. Unser Flug ging mit Discover Airlines, einer Tochter der Lufthansa. Zu Beginn des Fluges hatten wir noch eine kuriose Situation, weil wenige Reihen hinter uns ein Passagier saß, der von drei Air Marshalls begleitet wurde und der wie am Spieß schrie. Offenbar hatte er keinen Pass und durfte nicht einreisen, weshalb er zurückgeflogen wurde. Gott sei Dank ließ das Geschrei aber kurz vor Start nach, sonst wäre der Flug wirklich sehr lang geworden…

Visum bitte speichern, sonst ist blöd

Nach einem ansonsten ereignislosen, ruhigem Flug mit gutem Bordprogramm und Essen, dass wir mal als „ok“ bezeichnen, ging es pünktlich zur Immigration. Wichtig: Wenn ihr nach Kenia reist benötigt ihr vorab ein Visum, was relativ unkompliziert online zu beantragen ist. Geht aber bitte über die offizielle Seite https://etakenya.go.ke/ um unnötige Kosten zu vermeiden. Das Visum kostet dann rund 30 Dollar. Wenn ihr das Visum per Email bekommen habt (das hat bei uns in einem Tag geklappt) bitte dieses entweder ausdrucken oder auf dem Handy screenshoten, denn das wird bei der Einreise kontrolliert. Hatten wir nicht gemacht, war doof. Denn auch wenn Nora die Visa fein säuberlich in den Mails gespeichert hatte, kamen wir auf Grund des lahmen Internets erst mal nicht dort ran, was unsere Einreise ein wenig verzögerte. Aber schließlich und endlich klappte es doch und am frühen Morgen und bei schon sehr sonnigen 30 Grad betraten wir kenianischen Boden.

Traumhafte Hotelanlage mit der ein oder anderen Besonderheit

Da wir Pauschal gebucht hatten, ging es direkt mit einem Kenia-typischen Reisebus zum Hotel. Das Gepäck kam aufs Dach, aber hey, es gab immerhin eine Klimaanlage – die haben wir bei anderen Gelegenheiten schmerzlich vermisst. Rund eine Stunde sind wir dann zu unserem Hotel direkt am Diani Beach gefahren, ins Southern Palms Beach Resort.

Die Hotelanlage als solches ist wirklich traumhaft und direkt am weißen, sehr sauberen Sandstrand gelegen. Die Anlage ist sehr gepflegt, übersichtlich aufgebaut und die herumhüpfenden Affen geben ihr einen besonderen Charme ;). Das Zimmer haben wir irgendwie vergessen zu fotografieren, es war jedenfalls soweit ok, wenn auch mit ein paar Besonderheiten. Die Klimaanlage hing nämlich leider genau über dem Bett und war selbst auf niedrigster Stufe noch recht stark, was nachts nicht unbedingt ideal war. Ohne Klimaanlage war es allerdings für uns viel zu warm, sodass Nora mit Schal und Klimaanlage schlief.

Zum zweiten war das Zimmer (was wohl für alle gilt) recht hellhörig, was zum einen für die sehr laute Animation galt, die abends bis 23 Uhr in vollem Gange war, zum anderen war das Bad wohl aus klimatechnischen Gründen, mit einem Fenster ganz oben ausgestattet, dass man nicht schließen konnte. Alle Geräusche und Gespräche die vor unserem Bad geführt wurden konnten wir somit mitverfolgen, was weniger spannend war, als es klingen mag…

Auch zu erwähnen ist, dass das Hotel offenbar eine bei indischen Paaren sehr beliebte Hochzeitslocation ist. Eine solche fand Samstags statt und da ging die musikalische Untermalung dann bis 24 Uhr, was uns wenig gefreut hat, da wir Sonntagmorgen früh den Rückflug antreten mussten… Aus Google Bewertungen, die wir dann erst vor Ort gelesen haben wurde dann auch klar, dass besagte Besonderheiten kaum die Ausnahme sondern eher die Regel zu sein scheinen.

Wir möchten aber betonen, dass das Hotelpersonal wirklich extrem bemüht und sehr freundlich war, so haben wir beim Einchecken direkt unsere persönliche Ansprechpartnerin bekommen, die wir jederzeit per WhatsApp kontaktieren konnten und die super hilfreich und lieb war. Auch das sonstige Personal war immer zuvorkommend. Das Hotel würden wir aufgrund der erwähnten Dinge trotzdem kein zweites Mal buchen, Menschen, die sich daran aber nicht stören können hier auf jeden Fall eine tolle Anlange erleben und einen wunderschönen Urlaub verbringen.

Kenianisch-indische Küche: Eine Umgewöhnung für deutsche Mägen

Wo wir gerade beim Hotel sind, noch ein kleiner Exkurs zu einem unserer Lieblingsthemen im Urlaub: Essen! Und hier scheiden sich in diesem Urlaub bei uns ein wenig die Geister, während Nora recht happy mit der dortigen Küche war, fand Tom wenig Zugang. Man muss einfach sagen, es ist ganz anders als wir es kennen, im Hotel gab es auch recht viel indisches Essen, dass aber wiederum auch komplett anders als beim heimischen Inder oder auch in Singapur geschmeckt hat. Fleisch ist in Kenia sehr teuer und wird daher auch anders verarbeitet als bei uns, sodass bspw. Hühnchen viel mehr Knochen aufweist als bei uns. Das Essen im Hotel war immer frisch und mit viel Liebe zubereitet und schön präsentiert, aber ist nicht jedermanns Geschmack.

Was man aber auf jeden Fall kosten sollte ist das frische Obst. Ob Wassermelone, Mango, Ananas oder Bananen: Es schmeckt einfach 100 mal besser und intensiver als bei uns. Vorciht allerdings bei Eiswürfeln, wir wissen es nicht sicher, aber eventuell war ein solcher Schuld, dass sich Tom am vorletzten Tag den Magen verdorben hat und eine etwas bescheidene Heimreise hatte. Das kann natürlich in sehr vielen südlichen Ländern passieren, daher Magentabletten nicht vergessen.

Apropos Tabletten und ähnliches: Kenia ist ein Risikogebiet für Malaria, weswegen eine Malaria-Prophylaxe sowie eine Impfung gegen Gelbfieber empfohlen wird.

Tauchen in kristallklarem Wasser und die beste Ananas aller Zeiten

Tauchen darf mittlerweile für uns in keinem Urlaub fehlen und daher haben wir auch in Kenia mehrere Tauchgänge absolviert. Wir hatten im Vorfeld mehrere Tauschschulen angeschrieben und haben uns für die Yellow Fin Tauchschule entschieden. Die Tauchschule als solches hatte nicht unbedingt die Standards, die wir aus anderen Ländern kennengelernt haben, insgesamt waren wir aber zufrieden mit unserer Wahl. Einen Tauchschein würden wir Anfängern allerdings nicht unbedingt empfehlen, dafür eignet sich Ägypten unserer Meinung nach besser.

Die Tauchgänge als solche waren auch wirklich traumhaft, angefangen bei dem glasklaren, blauen Wasser mit perfekten 28 Grad. Aber seht selbst…

Auch unter Wasser hatten wir tolle Einblicke, selbst wenn nicht alle Tauchplätze gleich belebt waren was die Unterwasserwelt anging. Wir haben die Tauchplätze notiert und waren an folgenden:

  • Milele: bis ca 12 m Tiefe, 6 Meeresschildkröten, tolles Riff
  • Shark Alley: 16 Meter, schöner Rifftauchgang, mit Strömung und vielen Schildkröten
  • Mwanamochi: Für uns kein so schöner Tauchplatz, ca 18 Meter tief, nichts besonderes gesehen mit sehr wechselhafter Strömungen von kaltem und warmen Wasser. Nach 38 Minuten Abbruch, weil unser Guide gefroren hat. Und Nora wurde von Quallen gestochen
  • Kisima-Mungu: ca 14 m, sehr tolles Riff, Wasserschlangen gesehen, Oktopus, Schildkröten, Stachelrochen und Muränen
  • Kinondo – Reef: 23 Meter und relativ kurze 30 Minuten, da Tom das erste Mal die große Sony A6000 mit Gehäuse mitgenommen hatte und leicht überfordert mit der Technik war und folglich viel Luft brauchte. Das Riff war sehr schön mit tollen Korallen und vielen Fischen
  • Mwanyaza: 14 m, hier war Nora alleine weil Tom es im Magen hatte und hat erstmals selber Bilder mit der Go Pro und von einer sehr verspielten Schildkröte gemacht

Auf dem Boot gab es übrigens zwischen zwei Tauchgängen immer frisches Obst und das war sooooo unfassbar lecker, muss man wirklich gegessen haben! Die besten Ananas und Bananen unseres Lebens!

Auf Safari: Das wilde Kenia hautnah

Bei einem Urlaub in Kenia darf eins natürlich nicht fehlen: Eine Safari! Gegen 13 Uhr ging es Freitags los und zwar zum Tsavo East Nationalpark, dem größten Nationalparks Kenia. Mit einer Fläche von 11.747 Quadratkilometern ist der östliche Teil etwa 2000 km² größer als der westliche, wir haben uns den östlichen Teil angeschaut. Gute zwei Stunden waren es von unserem Hotel bis zum Eingang des Nationalparks, die wir in einem Safari-typischen Jeep mit einheimischem Guide zurücklegten. Vom Eingang des Parks bis zu unserer Lodge ging es unterwegs schon mal auf die Pirsch und wir sahen die ersten wilden Tiere. Ein Gepard war leider so schnell, dass nur Tom ihn zu Gesicht bekam. Aber auch sonst gab es schon hier einiges zu sehen: Löwen, Zebras, Antilopen, Gazellen und Elefanten streiften unseren Weg und wurden natürlich fleißig fotografiert und gefilmt.

Abendessen mit Lemuren und Elefanten

Da es in Kenia sehr früh und schnell dunkel wird, konnten wir allerdings nicht mehr sehr lange schauen sondern fuhren recht zügig zu unserer Unterkunft, der Sentrim Lodge. Die Lodge hat verschiedene zeltähnliche Hütten, die in einem umzäunten Gebiet verteilt stehen. Für eine Nacht absolut ausreichend und einem phantastischen Ausblick beim sehr leckeren Essen, erholten wir uns und genossen die frische Küche. Der Ausblick vom Essensbereich war wirklich spektakulär, denn immer wieder kamen wilde Tiere und tranken aus dem Wasserloch, dass in unmittelbarer Nähe lag. Beim Essen Elefanten, Gazellen und Lemuren zu beobachten hat man auch nicht alle Tage!

Aber der Tag war lang, wir beide nicht 100% fit, daher sind wir dann recht schnell in unser Zelt (was übrigens eher eine große Hütte als ein Zelt war) und haben ziemlich schnell geschlafen. Aufgrund der fehlenden Klimaanlage und der doch sehr lauten und für uns ungewohnten Geräusche war die Nacht ein wenig unruhig, aber hey, so ist es eben.

Am nächsten Tag hieß es früh raus aus den Federn, denn der frühe Morgen ist eine der besten Zeiten um die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Also schnell aufstehen und um 6:30 ging es los zur ersten Safari des Tages. Rund zwei Stunden fuhr unser Guide mit und kreuz und quer durch den Park und kannte die besten Spots. Insgesamt konnten wir drei der berühmten Big Five, also Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard, beobachten. Leopard und Nashorn waren nicht zu sehen, da sie in einem anderen Teil des Parks vorkommen und vor allem Nashörner, die leider immer noch illegal gejagt werden, streng geschützt werden. Zum Glück erholen sich die Populationen langsam, aber Schutzgebiete und strenge Bewachung sind nach wie vor unerlässlich, wie uns unser Guide erklärte.

nach rund zwei Stunden ging es dann zurück in die Unterkunft, frühstücken, Koffer packen und dann wieder auf die Pirsch. So langsam machte sich bei uns dann aber auch etwas Erschöpfung breit, sodass wir nicht undankbar waren, als wir uns nach dem Mittagessen auf den Rückweg machen, der ja wiederum gute drei Stunden in Anspruch nahm.

Fazit zu unserer Safari: Ja geil, aber reicht auch

Wir hatten unsere Tour auf Empfehlung des Hotels bei Marco Polo Safari gebucht und für die 1,5 Tage inklusive Guide, Fahrt, Eintritt und Übernachtung im Nationalpark 760 € bezahlt. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Eintritte und Übernachtungen in den Nationalparks haben es in sich.

Ob wir genau diese Tour nochmal machen würden, wissen wir nicht so genau. Was wir auf jeden Fall gut fanden war, dass wir nur zu zweit waren ohne weitere Gäste und den gesamten Wagen für uns hatten. Nun war unser Guide zwar grundsätzlich sehr nett und hat auch auf Fragen immer geantwortet (auf Englisch), allerdings hätten wir uns ein wenig mehr Infos gewünscht und dass er ein wenig mehr von sich aus erzählt, ohne dass wir immer extra fragen mussten.

Die Tour war insgesamt sehr schön und für uns persönlich auch absolut ausreichend. Eine 5-6 Tages Safari wäre tatsächlich nicht unser Ding, da wir am zweiten Tag bei der dritten Fahrt dann schon gemerkt haben, dass sich ein wenig Langeweile breit macht. Die Natur und die Tiere sind absolut faszinierend, aber wenn man nicht gerade Naturfotograph oder Experte ist, wird es nach der anfänglichen Euphorie doch ein wenig langatmig. Das ist wie gesagt absolute Geschmackssache und wir würden definitiv jedem eine Safari ans Herz legen, aber wenn ihr es noch nie gemacht habt, testet vielleicht erst mal mit 1-2 Tagen an bevor ihr direkt eine Woche oder so bucht.

Pleiten, Pech und Pannen beim Rückflug

Was wäre ein gelungener Urlaub ohne ein bisschen Chaos… Und das gab es bei uns diesmal auf der Rückreise. Los ging es damit, dass Tom schon beim Frühstück merkte, dass das afrikanische Essen bei ihm eine durchschlagende Wirkung hatte. Mit leicht flauem Gefühl ging es zum Bus Richtung Flughafen und nach rund 15 Minuten fielen uns zwei Probleme auf: Nora, die für den finalen Check des Zimmers nach vergessenen Dingen zuständig gewesen war hatte einen Schrank übersehen – den mit unseren Winterjacken. Die braucht man in Kenia auch nicht, im winterlichen Deutschland aber sehr wohl.

Problem zwei: Toms Magen würde die knapp einstündige Fahrt zum Flughafen nicht überstehen. Während Nora also hektisch mit unserer Ansprechpartnerin vom Hotel schrieb um die Jacken per Taxi zum Flughafen zu schicken, versuchte Tom den Fahrer zu einem ungeplanten Zwischenstopp zu überreden, was auf kenianischen Straßen nicht so einfach ist… Schließlich hielten wir an einer Polizeistation, wo Tom den Beamten noch schnell 10 € in die Hand drückte und im Bad verschwand.

Währenddessen fand sich ein Taxifahrer, der uns für vergleichsweise günstige 45 € die Jacken an den Flughafen kutschierte. Natürlich war keine Kartenzahlung möglich, sodass Nora noch hektisch kenianische Shilling abheben musste um den guten Mann zu bezahlen. Unnötig zu sagen, dass wir beide leicht genervt waren als es zu check-in ging, vor allem als unser Gepäck dann 4 (!) mal kontrolliert wurde und wir unseren Technikkram jedes Mal komplett auspacken mussten.

Endlich im Flieger war der Stress dann zum Glück vorbei und die restliche Rückreise verlief dankenswerterweise ereignislos. Auch zu unserem Auto kamen wir mit dem Service von Platzhirsch ohne Probleme, diesmal hatten wir die Variante Shuttle Parken, wo wir in einem Parkhaus in der Nähe des Flughafens parkten und dann hin- und zurück gefahren wurden. Das ging absolut problemlos, wobei wir das Valet Parking, also dass das Auto direkt am Terminal abgeholt und wieder gebracht wird, sonst bevorzugen und sehr empfehlen können.

Aber ja, das war unser Trip nach Kenia, mal schauen wo es als nächstes hingeht ;).

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